Schulung zum Thema “Genderkompetenz im interkulturellen Arbeitsfeld stärken”

Eine Schulung für Fachkräfte in der Geschlechtergleichstellungs-, Migrations- und Teilhabearbeit | 23.05.19 in Hannover

  

Dokumentation:

Mit Teilnehmer*innen aus verschiedenen Regionen und mit vielfältigen Praxiserfahrungen und Expertisen aus den Bereichen Migration und Gleichstellung arbeiteten wir gemeinsam an dem komplexen Themenfeld von “Gendersensibilität im interkulturellen Arbeitsfeld”. Unter anderen trugen Gleichstellungsbeauftragte aus verschiedenen Kommunen, sowie Angehörige der Universität Osnabrück, zum Gelingen der Veranstaltung bei.

In der Schulung gingen wir gemeinsam insbesondere folgenden Fragen nach:

  • Was verbirgt sich hinter Konzepten wie Gender-Habitus, Interkulturalität, Transkulturalität und Othering?
  • Wie kann in der täglichen Arbeit auf migrations- und geschlechtsspezifische Vielfalt und Unterschiedlichkeit eingegangen werden?
  • Wo existieren bereits beispielhafte Projekte, in denen diversitäts- und gendersensibel gearbeitet wird?
  • Was sind stereotype Vorstellungen von Geschlechterrollen der Mehrheitsgesellschaft und wo rühren diese her?

Die Schulung bot den Teilnehmer*innen: 

  • Theoretischen Input zu Themen wie Genderkompetenz, theoretische Konzepte zu Inter- und Transkulturalität, Intersektionalität und Diskriminierung
  • Reflexion und Austausch über eigene Anliegen und Schwierigkeiten
  • Methoden, wie Stolperfallen der inter-/transkulturellen Arbeit umgangen werden können
  • Diskussion von Praxisbeispielen aus der eigenen Arbeit
  • Fachgespräche über interkulturelle Beratungskompetenz

                                                                                                                              

Perspektivwechsel

Zu Beginn gab es einen Perspektivwechsel – der Blick wendete sich weg von zugewanderten Menschen hin auf die Mehrheitsgesellschaft und ihren sozialen Probleme. Es wurde deutlich: Themen wie Gender und Geschlechtergleichstellung sind gesamtgesellschaftliche Themen, deren Bearbeitung es daher auch eines ganzheitlichen Ansatzes bedarf. Daran anschließend gab es einen theoretischen Input zu verschiedenen Konzepten von Kultur sowie einer intersektionalen Betrachtungsweise. Im Vordergrund stand dabei eine Sensibilisierung für interkulturelle und genderspezifische Themen sowie der Anstoß zu einer Auseinandersetzung mit eigenen Werten und Normen.

                                                                                                                              

Interkulturelle Beratungskompetenz

In Gruppen wurden am Nachmittag Grundsätze der interkulturellen Beratung erarbeitet. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie schwierig es ist, nicht in vorhandene Muster der Kulturalisierung zu verfallen, sondern jeden Menschen stets als Expert*in seiner/ihrer eigenen Lebenswelt zu betrachten. Während manche Konzepte dabei eine große Hilfe im Beratungskontext sein können, ist es bei anderen wiederum wichtig, stets einen kritischen Blick darauf zu bewahren und Mehrfachdiskriminierungen in die Beratung miteinzubeziehen.

Blick auf geflüchtete Männer

Genderperspektiven können dabei helfen, genderspezifische Benachteiligungen aufzuzeigen und ihnen entgegenzuwirken. Daher rückte die Lebenssituationen geflüchteter Männer in Deutschland in den Vordergrund der Diskussion.

Welche Erwartungen haben die Männer an sich? Wie stellen sie sich ihre Zukunft in Deutschland vor? Wie gelingt es, sie ressourcenorientiert anzusprechen?

Bei aller Heterogenität lässt sich festhalten: Viele der Männer sind Rollenzuschreibungen, Ausgrenzungen und Rassismen ausgesetzt. Für viele ihrer Bedarfe und Wünsche braucht es (mehr) geschützte/geschlechterhomogene Räume.

Wie kann mit den Männern zugleich männlichkeitskritisch- und -fördernd gesprochen werden? Was wünschen sich die Männer (nicht)?

Zu diesen Fragen blickten wir auf die Erfahrungen aus dem Modellprojekt “Rollenspielen – Über Geschlechterrollen gemeinsam reden”.

Dialog und Fachaustausch

Das Ende bildete ein offener Raum, da es den Wunsch aus der Gruppe gab, eigene Anliegen, Irritationen und Projektideen zu besprechen. In einem reghaften Dialog wurden verschiedene Projektmöglichkeiten und Ansätze besprochen, wie mit Menschen mit Fluchterfahrung gender- und vielfaltssensibel gearbeitet werden kann. Viele konnten vom Wissen und der Expertise der anderen profitieren und nahmen zum Schluss neue Ideen und Impulse für die eigene Arbeit mit nach Hause.

 

Referent*innen-Team: Tinka Greve | Manfred Brink (G mit Niedersachsen – Bildungs- und Beratungsstelle zu Geschlechtergleichstellung und Migration, VNB e.V.)

 

Weitere Termine für Schulungen für Fachkräfte der Gleichstellungs- und Migrationsarbeit: 28. August, 17. September, 24. Oktober in Hannover. Hier finden Sie dazu weitere Informationen.

 

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