Dokumentation

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06.11.17: Workshop für Haupt- und Ehrenamtliche, „Gender- und kultursensible Haltung und Handlung in der Arbeit mit Geflüchteten – Hannover

Im Gespräch mit Ehren- und Hauptamtlichen beim Workshop „Gender- und kultursensible Haltung und Handlung in der Arbeit mit Geflüchteten“, den wir in Kooperation mit dem Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte Hannover durchgeführt haben, wurde das Engagement der neuen Initiative Menschen verbinden Menschen von allen anwesenden Akteur_innen sehr positiv hervorgehoben. Ein erkennbarer Paradigmenwechsel von „unpersönlichen“ Regelangeboten für Gruppen hin zu aufsuchender Pat_innen-Arbeit kann nachhaltiger dazu beitragen, Geflüchtete ernsthaft einzubeziehen in gesellschaftliche Teilhabeprozesse.

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01.11.17: Beitrag zur „Bündniszeitung Tag der Menschenrechte 2017“

 

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(Un-)Sichtbarkeit genderspezifischer Menschenrechtsverletzungen im Fluchtkontext

Gender kommt in Flucht-, Aufnahme- und Partizipationsprozessen eine Bedeutung zu. Genderspezifische Fluchtgründe und -erfahrungen führen zu genderspezifischen Bedarf an Hilfe.

Genderspezifische Gewalterfahrungen

In Herkunftsregionen, auf Fluchtwegen, in EU-Ländern und in Deutschland finden Menschenrechtsverletzungen differierender Quantität und Intensität statt. Verstöße müssen überall sichtbar gemacht, Opfer geschützt und Bedingungen für verbesserte Lebensperspektiven auf Basis der universellen Menschenrechte etabliert werden.

Wie die „Study on Female Refugees“ (2017) belegt, sind Frauen häufiger betroffen von genderspezifischen Fluchtgründen, wie insbesondere erlebte oder Angst vor (sexueller) Gewalt.

Mehrheitlich sind sie Opfer von Vergewaltigungen. Doch werden auch Männer und Jungen Opfer sexueller Gewalt; ein weitflächig tabuisiertes Thema. Homosexualität steht nach wie vor in vielen Ländern unter Strafe.

 

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Schutz vor genderspezifischen Menschenrechtsverletzungen

Vielen Opfern steht in den Herkunftsgebieten und auf der Flucht keinerlei Rechtsschutz zu. Ein Großteil der Übergriffe findet im unsichtbaren Raum, also im Nahbereich, statt.

Auch in Deutschland erleben schutzbedürftige Geflüchtete genderspezifische Benachteiligungen, erfahren Ausgrenzung und Menschenrechtsverletzungen. Die vom BMFSFJ und UNICEF dieses Jahr erweiterten und überarbeiteten „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften“, richten den Fokus nun auch auf besonders schutzbedürftige Personengruppen, wie Kinder und Frauen und enthalten erstmals auch Leitlinien zum Schutz von LSBTI* Geflüchteten.

(Manfred Brink, G mit Niedersachsen)

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19.10.17: Vortrag für Ehrenamtliche zur „Änderung der Familienstruktur und Geschlechterrolle durch Migration“ – Ratskeller, Rehburg-Loccum

Rollenverständnis und Migrationsprozesse

Im Durchschnitt wird alle drei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen, einige davon sind auch im Landkreis Nienburg neu beheimatet. Genau um diese Menschen ging es bei einer kürzlich stattgefundenen Veranstaltung im Rehburger Rathskeller, die vom Fachdienst Migration und Teilhabe des Landkreises für Ehrenamtliche, die Geflüchtete begleiten, organisiert wurde.

[Quelle: https://www.lk-nienburg.de/portal/meldungen/rollenverstaendnis-und-migrationsprozesse-901003994-21500.html?rubrik=901000019, Stand 13.11., 14:26 Uhr]

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22.06.2017: Infoveranstaltung für Ehrenamtliche und Geflüchtete „Kulturschock – Auswirkungen von Flucht auf die Familie“ – Vortrag und Diskussion in Bücken, Landkreis Nienburg

Am 22.06.2017 war das Projekt „G mit Niedersachsen“ zu Gast in Bücken, Landkreis Nienburg.  Claudia Eckhardt vom Fachdienst Migration und Teilhabe und ihre Kollegin Frau Freya Lask hatten zum Vortrag und Gespräch zu „Auswirkungen von Flucht auf die Familie“ gebeten. Zentrale Frage war, wie die Integrationsprozesse inner- und außerhalb der Familie von Geflüchteten verlaufen. Anuschka Abutalebi machte in ihrem Vortrag deutlich, dass die eigene Familie für den Großteil der Geflüchteten die wichtigste Ressource für die Selbstverortung, Identitätsbildung und den langfristigen Integrationsprozess darstellt. Die Vorstellungen von Geschlechterrollen innerhalb der Familie sind genauso divers wie die Gruppe der Geflüchteten selbst. Die Weiterführung der Rollenmuster aus dem Herkunftsland kann im neuen Setting in Deutschland Stabilität und Handlungssicherheit bieten. Gleichzeitig können sich innerfamiliäre  Dynamiken und Aushandlungsprozesse durch  die neue Lebenssituation entwickeln. Hierbei zeigt sich wiederum eine Bandbreite vom Rückfall in tradierte Rollenverteilungen als Schutzreflex bis hin zur emanzipatorischen Ausgestaltung des Miteinanders.

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Die Diskussion nach dem Vortrag zeigte, dass die Ehrenamtlichen sich mehrheitlich weitere Unterstützungs- und Ankennungsangebote wünschen. Anerkennung sollte sich nicht nur in lobhafter Erwähnung ihres Engagements zeigen, sondern auch in Angeboten zur Professionalisierung ihrer Arbeit mit den Geflüchteten. Betont wurde gleichzeitig, dass es weiterhin eine Trennlinie zwischen den Zuständigkeiten von Haupt- und Ehrenamtlichen geben muss.

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