Dokumentation

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22.06.2017: Infoveranstaltung für Ehrenamtliche und Geflüchtete „Kulturschock – Auswirkungen von Flucht auf die Familie“ – Vortrag und Diskussion in Bücken, Landkreis Nienburg

Am 22.06.2017 war das Projekt „G mit Niedersachsen“ zu Gast in Bücken, Landkreis Nienburg.  Claudia Eckhardt vom Fachdienst Migration und Teilhabe und ihre Kollegin Frau Freya Lask hatten zum Vortrag und Gespräch zu „Auswirkungen von Flucht auf die Familie“ gebeten. Zentrale Frage war, wie die Integrationsprozesse inner- und außerhalb der Familie von Geflüchteten verlaufen. Anuschka Abutalebi machte in ihrem Vortrag deutlich, dass die eigene Familie für den Großteil der Geflüchteten die wichtigste Ressource für die Selbstverortung, Identitätsbildung und den langfristigen Integrationsprozess darstellt. Die Vorstellungen von Geschlechterrollen innerhalb der Familie sind genauso divers wie die Gruppe der Geflüchteten selbst. Die Weiterführung der Rollenmuster aus dem Herkunftsland kann im neuen Setting in Deutschland Stabilität und Handlungssicherheit bieten. Gleichzeitig können sich innerfamiliäre  Dynamiken und Aushandlungsprozesse durch  die neue Lebenssituation entwickeln. Hierbei zeigt sich wiederum eine Bandbreite vom Rückfall in tradierte Rollenverteilungen als Schutzreflex bis hin zur emanzipatorischen Ausgestaltung des Miteinanders.

Bücken LK Nienburg

Die Diskussion nach dem Vortrag zeigte, dass die Ehrenamtlichen sich mehrheitlich weitere Unterstützungs- und Ankennungsangebote wünschen. Anerkennung sollte sich nicht nur in lobhafter Erwähnung ihres Engagements zeigen, sondern auch in Angeboten zur Professionalisierung ihrer Arbeit mit den Geflüchteten. Betont wurde gleichzeitig, dass es weiterhin eine Trennlinie zwischen den Zuständigkeiten von Haupt- und Ehrenamtlichen geben muss.

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